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Monroffer Stuff

Die "Monroffer Stuff"

 

Ein Museum? - ihr seid verrückt!

 „Ein Museum ist eine gemeinnützige, dauerhafte Institution, die materielle und immaterielle Zeugnisse der Menschheit und ihrer Umwelt sammelt, bewahrt, erforscht, interpretiert, ausstellt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.“

Monroffer Stuff

Sie ist ein solches Museum, klein und nur für unser Dorf, aber immerhin.

Da Monroff eine vielfältige und auch ganz besondere Geschichte hat, ist auch das Mogendorf-Museum ein ganz Vielfältiges und Besonderes.

 Ein „Spezialmuseum“ mit dem Schwerpunkt Mogendorfer Tonbergbau und Krugbäckerei

und zugleich ein „Dorfmuseum“ zu allem, was unser Dorf außerdem ausmacht: Menschen, Geschichten, Vereine, Wirtshäuser, Läden, Landwirtschaft, Alltag daheim, Handwerk, Schule und Glauben.

Vom Ton…

Zum weißen Gold und 400 Jahren Mogendorfer Tonbergbau haben wir vieles zusammengetragen: alte Fotos zur Blaukaul und von Mogendorfer Tongräbern, zu Glockenschächten und Tagebauen. Dazu Urkunden und Verträge, Informationen zu nassauischen Belehnungen und zum preußischen Bergrecht. Wir haben einen Tonkübel und eine Plattwagenlore mit Feldbahngleis hergeholt und typische Werkzeuge zusammengetragen, darunter einen Tonspaten, der stolz das Mogendorfer Wappen ziert. 

….zum Krug

Zur Keramik gibt es überall im Kannenbäckerland einiges zu sehen. Krugbäckerei ist allerdings ein Kapitel für sich: Seit mindestens 1646 wird in Mogendorf getöpfert und gebrannt, bis heute. Was gibt es aus diesem Krugbäckerdorf doch alles zu sehen: eine Vitrine voller original Mogendorfer Mineralwasser Krüge aus vielen Jahrzehnten. Wir haben für Sie eine alte Mogendorfer Krugpresse aufgestellt und eine schwere Maschine zum Formen der Rohlinge hergeschafft. Auf vielen Bildtafeln zeigen wir historische Fotos verschiedener Krugbäckereien, Krugöfen und von den Menschen, die dort ihr Brot verdienten. Alle Schritte vom Ton bis zum Krug werden gezeigt und erläutert.

Öfter mal was Neues

Nach Millionen hier gebrannter Wasserkrüge sattelten die pfiffigen Krugbäcker um:

auf Wasserleitungen, Wärmflaschen, Einkochtöpfe: alles aus robustem salzglasiertem Steinzeug. Dutzende Prägestempel für Schnapskrüge beweisen: Made in Mogendorf ging in alle Welt. Selbst in Rio schenkte man Genever aus hier gefertigten Krügen aus. Prost.

 Die 0,8 Promille Grenze ließ den Schnapskonsum einbrechen; auch in Mogendorf, wo am Alexanderplatz bis 1982 ein Schnapskrug als Denkmal stand. Den Schnapskrügen folgten Millionen Bierkrüge, herbstbunte Bodenfliesen, lustige Gartenzwerge. Gab es in den Siebzigern einen deutschen Haushalt ohne Römertopf? Gleich gegenüber der Monroffer Stuff rollten sie aus den Grieblingschen Tunnelöfen. Heute werden dort schicke Pflanzgefäße gefertigt. Die keramische „Fruchtfolge“ setzt sich fort: In Mogendorf gehen die Brennöfen nicht aus.

Bis heute wird auch das traditionelle Grau-Blau in Mogendorf hergestellt: Wir zeigen eine ganze Speisekammer voller historischer Töpfe, Kannen und Schüsseln aus robustem salzglasiertem Steinzeug. Wie es live hergestellt wird, können sie (nach Vereinbarung) in der Töpferei Ströder -Stein sehen und kaufen kann man es dort auch! Nur einen Steinwurf weit von der Stuff entfernt!

Am Schlondes

Zurück in die Stuff: dort lässt ein Holzstoß ahnen, wie viele Scheite die Mogendorfer Krugöfen bei jedem Brand verbrauchten. Pro Jahr waren es wohl rund 1500 hohe Buchenstämme. Im Laufe von mehr als 300 Jahren verschwand sicher ein ganzer Wald im Schlondes von mehr als 20 Krugöfen.

Ein riesiges Wandfoto zeigt das Höllenfeuer eines bei über 1200 Grad glühenden Krugofens. Davor zwei uralte, salzzerfressene Schaufeln mit denen zentnerweise Salz in das Inferno geschippt wurde, sodass bald eine robuste, rissfreie Glasur tausende Krüge im Inneren des Ofens überzog. Für die, die das noch erlebt haben bleibt das unvergesslich.

Leuchtdioden auf einem historischen Luftbild zeigen an, wo diese steinernen „Drachen“ standen. Wie bei einem Spaziergang kann man anhand historischer Fotos erkunden, wie und wo diese längst verschwundenen Ungetüme unser Dorf prägten.

Doch da war noch mehr! Denn zwischen Gruben und Öfen fand der Alltag der Mogendorfer statt. Der Alltag der Hausfrauen und Kinder, der Fuhrleute und Handwerker, Wirtsleute und Händler:

Mogendorf wie es war

Aus der Mogendorfer Alltagsgeschichte haben wir uns zuerst den Handel als vertieftes Thema ausgesucht: dabei dreht sich viel um die alte Kaufmannsfamilie Heinrich Koch. Von der Eisenwarenhandlung von 1864 und dem dazugehörigen Lebensmittelladen und der vom Hof aus betriebenen Straßenrandtankstelle gibt es jede Menge zu sehen: Wir zeigen das alte Ladenschild, die mächtige Registrierkasse, eine Waage und die vergilbten Mehltüten, die Schaufensterdekoration und die alten Drogeriegerätschaften.

Selbst das akkurate Geschäftsbuch und wertlose Reichsmark-Banknoten aus dem Inflationsjahr 1923 sind überraschend wieder aufgetaucht. Das große Tankstellenschild und Benzinbezugsquittungen der deutsch-amerikanischen Petroleums-Gesellschaft von 1939 sind wiedergefunden worden. Eine Vitrine voller Handel aus längst vergangener Zeit.

Aus dem alten Bürgermeisteramt haben sich die Schreibmaschine vom 1923 und Ortspläne von 1864-1933 ins Museum gerettet. Fototafeln berichten zudem von Kindheit und Schule, Landwirtschaft und Mogendorfer Vieh und seiner großen Bedeutung für die Krugbäckerei. Wir erinnern an Wirtshäuser und die frühere Oktober-Kirmes, an den Autobahnbau und zeigen Mogendorf von oben.

Historische Filme und Diaschauen zeigen, wie es in den sechziger Jahren im Dorf zuging und aussah. Unvergessene Gesichter, fröhliche Vereinsfeste, lachende Kinder: alles wird wieder lebendig. Ein Trachtenpaar erinnert an den unvergesslichen Festzug zum 600jährigen Dorfjubiläum.

Mittendrin

Ein Schlaglicht auf die jüdischen Mogendorfer wirft das Kummet, das Sattler Alexander Schloss gefertigt haben mag. Mitten im Dorf stand seine Werkstatt; auf dem jetzt nach ihm benannten Alexanderplatz.

Der Fluchtkoffer, mit dem die junge Mogendorfer Jüdin Else Benjamin aus der Rheinstraße im Sommer 1936 den Atlantik überquerte, ist aus New Hampshire, USA nach Mogendorf zurückgekehrt. Er erinnert, wie die Stelen direkt vor der Monroffer Stuff, an das schreckliche Ende der jüdischen Gemeinde Mogendorfs.

Hingucker

Die älteste Karte zeigt die Mogendorfer Gemarkung 1772 und Faksimile-Dokumente erzählen von Mogendorf nach dem 30-jährigen Krieg. Das prächtige Zunftwappen der Kannenbäcker und der Nachweis der ersten Euler aus dem Fürstlich Wiedischen Archiv sind zu sehen. 

Ganz genau

Wissenswertes zur menschheitsgeschichtlichen Bedeutung von Keramik im Allgemeinen und zum Kannenbäckerland im Besonderen sowie zu allen anderen Themen gibt es in über einem Dutzend Begleitblättern; für alle die es genau wissen wollen.

In einer Leseecke können Sie in Büchern über Mogendorf, zu einzelnen Familien, in persönliche Erinnerungen, Fachbüchern zum Kannenbäckerland oder zum Westerwald stöbern. Für persönliche Recherchen öffnen wir auf Nachfrage unsere Archivunterlagen.

Museumscafé

Ein Museumscafé gibt es natürlich nicht! Dafür aber die gemütliche „Schwätzeck“, zum Ausruhen und vor allem zum Schwätzen. Dort werden Gesichter und „Geschichtcher“ wieder lebendig. 

aber, aber

Die Stuff- Ausstellung hat zwei Fußangeln:

Erstens: man kann sie nicht cybermäßig vom Sofa aus konsumieren wie eine Tüte Chips. Wer sie sehen will, sollte schon in die Stuff gehen. Aber genau das wollen wir ja auch!

Zweitens: es gibt keine 5 - Minuten Vitrine: Sie sollten schon etwas Zeit und Muße mitbringen zum Gucken und Schwätzen - oder halt immer wieder kommen.

Das wär‘ uns am liebsten!

Immer mittwochs und sonntags von 14.30 bis 16.30 Uhr.

Wir freuen uns auf Sie. Immer wieder.

 

Der Eintritt ist frei; deshalb freuen wir uns herzlich über jede Spende.

Die Monroffer Stuff ist eine Idee und Einrichtung des Kulturkreis Mogendorf e.V.